Fotoprojekt
"Häutung"

„Mapplethorpe is God“ schrieb ich vor einigen Jahren in einen Bildband, den ich einem Freund schenkte.

Wenige Monate später lernte ich Joke Reichel, einen jungen Künstler, kennen, mit dem ich mittlerweile einige Gedichtprojekte realisiert habe. Während unserer Arbeiten stießen wir erneut auf das Werk Robert Mapplethorpes. Es ist einmalig. Es ist pure Schwarzweiß-Poesie. Egal ob er Körper, Gesichter oder Blumen abgebildet hat.

Selbstverständlich haben seine pornografischen Werke am meisten provoziert und wurden in den USA, seiner Heimat, zum Teil scharf verurteilt. Dennoch sind gerade sie von einer hingebungsvollen Besessenheit und Lebenslust. Sie führen uns hinters Licht.

Wo stehen wir 35 Jahre nach seinem Tod?

„Häutung“ von Joke Reichel versucht mit Tiefgang und Beiläufigkeit eine Antwort zu provozieren. Mit einer anderen Technik, mit weniger Aufgeladenheit und unerkannt.

Wir sehen direkt oder andeutungsweise die Beschaffenheit des männlichen Körpers bei Nacht. Nicht im Studio, nicht inszeniert.

„Häutung“ könnte hier in der Galerie, zu Hause oder im Hotelzimmer entstanden sein. Eben dort, wo wir uns aufhalten, wenn wir das Leben leben, das wir lieben, von dem wir jedoch so ungern öffentlich erzählen.

Joke Reichel redet ungern über sich. Selbst in seinen Gedichten bleibt er in Bildern verschwommen. In der Fotografie ist er präzise, schroff und äußerst direkt. Mit einer Versunkenheit verharrt er am Motiv. Natürlichkeit geht vor Inszenierung. Der Mensch und die Nacht erschaffen das Bild.

Schauen Sie sich nun die Nacht in ihrer wunderbaren Rätselhaftigkeit an.

Silvio Witt

„[…] Danke für euer großartiges Buch. Was für eine Freude. Herzlichen Glückwunsch. Die Fotos sind richtig toll. Klasse Anschnitte, Kompositionen und auch die unaufdringlich zarte Erotik ist sehr berührend.
Ich wünsche euch für euer Projekt viel Erfolg und bin gespannt auf die Techno Oper. „

Dr. Elke Pretzel, Kunsthistorikerin

„[…] vielen Dank für euer Vertrauen und den Blick über einen mal ganz anderen Tellerrand.
Ganz sicher keine gewöhnliche Ausstellung.
Man hat nicht nur den Fotos sondern auch euch die Freude am Ausprobieren und manchmal auch am Zufall angesehen.

Das Foto des erwachenden Dämons erzählt eine ganze Geschichte über gestern, heute und morgen – dieses Motiv mochte ich sehr. […]“

Conny Kapler, Besucherin der Ausstellungseröffnung

„Das habt ihr sehr fein und apart gemacht.“

Gilberto Pérez Villacampa, Grafiker